Am Projekt mitwirken

Die Werke-Werkstatt

Die zweite Warteschlange der Werkstatt: das pflegen, was Ausgaben verbindet — das Werk, seinen Titel in jeder Sprache, seine Bände.

Warum eine Warteschlange für Werke

Ein Bibliothekskatalog beschreibt Ausgaben: dieses Buch, gedruckt in jenem Jahr, bei jenem Verlag, in jener Sprache. Aber Kropotkins Die Eroberung des Brotes gibt es auf Portugiesisch, Französisch, Englisch, Spanisch, in zehn Ausgaben und drei Übersetzungen. Was sie verbindet, ist das Werk: der Text selbst, unabhängig von seinen Verkörperungen.

AnarBib gruppiert seinen Katalog nun nach Werk: eine Suche zeigt Die Eroberung des Brotes einmal, mit ausklappbaren Ausgaben und den Bibliotheken, die sie besitzen. Diese Ebene ist jung und braucht Pflege: irrtümlich getrennte Werke, vorübersetzte Titel, die niemand gegengelesen hat, verstreute Bände einer Reihe.

Es ist Lese- und Spracharbeit, keine Bibliotheksarbeit. Sie passt genau zu den Genoss*innen, die mitwirken wollen, ohne einer Bibliothek anzugehören: deshalb öffnet sich die Werkstatt, bisher den Normdaten gewidmet, den Werken.

Was wir ein Werk nennen

Ein Werk ist ein Text (oder eine Ton- oder audiovisuelle Schöpfung …), der über seine Ausgaben hinweg als derselbe erkannt wird. Eine Ausgabe ist ein Katalogdatensatz: eine konkrete Veröffentlichung, in einer Sprache, zu einem Datum. Ein Werk trägt einen Titel pro Sprache: A Conquista do Pão, La Conquête du pain, The Conquest of Bread … Gibt es in einer Sprache keine Ausgabe, schlägt AnarBib eine Vorübersetzung vor, markiert „korrigier mich“, die jemand gegenlesen muss.

Die Bände einer Reihe (Memoiren, Band 1, Band 2 …) sind keine getrennten Werke: sie sind die Bände eines einzigen Reihen-Werks, das den Reihentitel trägt.

Was konkret zu tun ist

Die „korrigier mich“-Titel gegenlesen. Über tausend vorübersetzte Titel warten, Sprache für Sprache. Bestätigen oder korrigieren: der erste und nützlichste Schritt.

Einen Titel korrigieren oder übersetzen. Den Titel vorschlagen, den ein Werk in einer Sprache tragen soll.

Zwei Werke zusammenführen, die dasselbe sind. Eine Ausgabe zuordnen zu dem Werk, zu dem sie gehört. Ein Werk aufteilen, das verschiedene Texte vermischt. Bände zusammenfassen zu einer Reihe.

Wie es funktioniert

Es ist derselbe Motor wie bei den Normdaten: ein Vorschlag, eine Frist (sieben Tage für einen Titel oder eine Zuordnung, vierzehn für Zusammenführung, Aufteilung oder Bände), Konsens durch Schweigen, dann die Anwendung durch ein Bibliotheksteam. Ein begründeter Einspruch eröffnet die Diskussion.

Wer darf Einspruch erheben? Die Bibliothek, die eine Ausgabe des Werks besitzt — durch ihr Team oder durch eine*n Beitragende*n des Netzwerks, die*der dort Mitglied ist. Ein Beitragendenkonto ohne Bibliothek schlägt vor, erhebt aber keinen Einspruch: die Bibliothek mit den Büchern im Regal hat die Stimme.

Für Bibliotheksteams ist das Gegenlesen der Titel direkt, ohne Frist. Für Beitragende läuft es über einen Vorschlag.

Der Werkstatt beitreten

Dasselbe Beitragendenkonto öffnet beide Warteschlangen, Normdaten und Werke. Keine technische Fähigkeit nötig: aufmerksames Lesen, ein oder zwei Sprachen, Freude an guter Arbeit. Zum Austausch: #anarbib:matrix.org oder contato@anarbib.org.